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Franz Stangl

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Franz Stangl wurde 26. Juli 1961 in Oberwart geboren, lebte von 1961 bis 1966 in Kohfidisch, von 1966 bis 1992 in Kotezicken und seit 1992 wohnt er in Oberwart. Er studierte Deutsche Philologie und Kombinierte Religionspädagogik und unterrichtet seit Feber 1985 am BG/BRG Oberschützen. Von 1999 bis 2009 war er Vorsitzender des Fachausschusses für AHS-Lehrer/innen im Bereich des Landesschulrates für Burgenland, außerdem war er mehrere Jahre in der Lehrer/innenfortbildung tätig. Seit 2002 publiziert er Texte im Eigenverlag – zuletzt ER klopfet an. Texte für die Advents- und Weihnachtszeit (2014). Sein jüngster Csaterberg-Krimi Zungen wie von Feuer erschien 2012.
 

Schlachtenberg

 
(Auszug)
 
12
 
Müller hatte geradezu fluchtartig das Geschäft verlassen und war wieder in sein Zimmer im Gasthof zurückgekehrt. Erst später wurde ihm bewusst, dass er von der netten Frau an der Kasse eventuell noch mehr interessante Informationen hätte bekommen können. Außerdem hatte er sich die Parte zu wenig genau angesehen. Stand auf Todesanzeigen dieser Art auch eine Adresse drauf? Aber was hätte er mit der Adresse auch anfangen sollen, schließlich war Pomper ja tot. Wenn es sich beim Verstorbenen wirklich um seinen Informanten handelte, dann bekam die ganze Geschichte ja plötzlich eine ganz neue Dimension. Der Schlag habe ihn getroffen, sagte die Frau im Geschäft – aber was, wenn jemand nachgeholfen hatte? Vielleicht war Pomper tatsächlich im Besitz von brisantem Material gewesen und dadurch zu gefährlich geworden. Möglicherweise hatte er ja nicht nur ihm geschrieben, sondern die Betroffenen auch direkt unter Druck zu setzen oder gar zu erpressen versucht?

Müllers Gedanken rotierten. Lange hatte er daran gezweifelt, dass es sich lohnte, eines vagen Hinweises wegen in die tiefste südburgenländische Provinz zu kommen. Aber nun hatte er sich scheinbar doch zu lange damit Zeit gelassen – Zeit, die andere besser zu nutzen verstanden. Oder reimte er sich da jetzt nur etwas zusammen? Schließlich konnte es reiner Zufall sein, dass ein verstorbener Vizebürgermeister dieselben Initialen hatte wie der Unbekannte, der wahrscheinlich immer noch lebte und sich demnächst bei ihm melden würde. Und selbst wenn dieser Pomper P.F. war, hatte dies noch lange nicht automatisch zu bedeuten, dass er Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war. Wenn Müller es sich genauer überlegte, konnte er über seine vorherige Theorie jetzt nur den Kopf schütteln. Viel vernünftiger schien es ihm, bei den Tatsachen zu bleiben. Und die sprachen nicht gerade für einen Riesenskandal, der mit Erpressung oder gar Mord zu tun haben könnte. Ein Großteil der Dorfbevölkerung schien mit der Entwicklung am Csaterberg durchaus zufrieden zu sein, vielleicht sogar mehr als nur zufrieden, und wenn Einzelne oder gar nur ein Einzelner dagegen war, dann aus eher diffusen parteipolitischen Überlegungen. Und dieser eine konnte wahrscheinlich nicht mehr befragt werden – vorausgesetzt, dass es sich bei Pomper wirklich um P.F. handelte, woran Müller allerdings nicht ernsthaft zweifelte.
Was war also zu tun? Müller würde sich jetzt den Csaterberg ansehen, vielleicht noch den einen oder anderen, mit dem er zufällig ins Gespräch kam, auf die Kellerverkäufe ansprechen und sich dann spätestens morgen nach dem Frühstück nach Bad Tatzmannsdorf zurückziehen. Denn vermutlich würden auch diese anderen Stimmen mehrheitlich darauf hindeuten, dass es hier nichts zu recherchieren gab und daher auch nichts, was für das Buch, das er demnächst mit seinem Partner herausgeben wollte, von irgendwelcher Relevanz war. Nur eines passte nicht ganz in dieses Bild von einem Einzelkämpfer, der sich aus politischen Gründen in eine abstruse Idee verrannt hatte: nämlich die Reaktion des Wirtes, als ihn Müller beim Frühstück auf den Csaterberg angesprochen hatte. Und als Besitzer eines Lokals mit Fremdenzimmern hätte sich ja gerade Steiner durchaus über die neuen Investoren und den damit zu erwartenden Fremdenverkehrsaufschwung freuen können. Aber wahrscheinlich war auch Steiner nur ein verschrobener Spinner, auf dessen Reaktionen sich keinerlei ernsthafte Theorie aufbauen ließ – Müller hatte sich davon ja zu Mittag zur Genüge überzeugen können!

Müller brach erneut auf, diesmal in Richtung Weinberg. Gut einen halben Kilometer ging es eine beachtliche Steigung hinauf, sodass ihm der Ort wenig später sozusagen zu Füßen lag. Er hielt einen Moment inne, und zwar an der Stelle, an der sich der heute sicher schon einmal geräumte, aber inzwischen wieder völlig zugeschneite Güterweg in den Wald hineinschlängelte, und schaute hinunter auf Kohfidisch. Dabei bot sich ihm ein herrlicher, wenn auch etwas getrübter Blick auf ein tiefwinterliches Dorf, wie Müller es im Südburgenland gar nicht erwartet hatte!

Er musste eine ganze Weile durch tiefen Schnee stapfen, ehe der Bergweg nach gut einem weiteren Kilometer wieder aus dem Wald hinaus- und direkt an den ersten Weinkellern vorbeiführte. Bevor er zu einer ersten Weggabelung kam, blieb Müller wieder stehen, aber nicht nur, weil das Marschieren angesichts der vorherrschenden Wetterbedingungen ganz schön anstrengend war. Die vor ihm liegenden Kellerstöckl, die wie mit Zuckerwatte eingehüllt schienen, und die sie umgebende sanfthügelige Winterlandschaft machten einen beinahe unwirklichen Eindruck. Zwar konnte Rieger angesichts des dichten Schneefalls nicht allzu weit sehen, aber er war dennoch begeistert und erinnerte sich sofort an das, was ihm gestern gleich nach seiner Ankunft aus der Festschrift quasi in die Hände gefallen war. Denn glücklicherweise hatten sich gerade die beiden Seiten, auf denen der Csaterberg beschrieben wurde, beim Durchblättern wie von selbst aus dem schlecht gebundenen Büchlein gelöst und befanden sich nun, einmal gefaltet, in seiner Jackentasche. Trotz der Kälte streifte er einen Handschuh ab und kramte die beiden Zettel heraus.
 
[Lageplan]
 
„Zu den reizvollsten Landschaften des Burgenlandes zählt unbestritten das Weinbaugebiet von Kohfidisch – der Csaterberg.
Er liegt inmitten der `Südburgenländischen Schwelle´, eines Höhenzuges, der von Nord nach Süd verläuft. Aber nicht nur nach Norden, auch nach allen anderen Himmelsrichtungen hin ist er von rauschenden Hochwäldern umgeben – eingebettet wie eine liebliche Insel in einem fast unüberschaubaren Wäldermeer.
Ein gut ausgebauter, asphaltierter Güterweg führt von Kohfidisch durch einen schönen Weißkieferbestand zum zwei Kilometer entfernten Csaterberg. Gleich, wenn man aus dem Wald kommt, sieht man sie liegen, die Weingärten vom Kleincsaterberg mit ihren verträumten und gepflegten Kellerhäusern.
Nimmt man den `oberen´ Weg, so erreicht man bald eine kleine Kuppe, von der ein herrlicher Ausblick über die weiten Wälder – in das Tal der Rodling mit dem großen St. Georgs-Fischteich und dahinter in das Gebiet des Pinkabodens – genossen werden kann.
Keller reiht sich an Keller, dazwischen hangauf und hangab die Weingärten und viele Kirsch-, Äpfel-, Birn- und Nussbäume. In den Weingärten verstreut stehen Pfirsichbäume, die im Herbst die köstlichen Weingartenpfirsiche liefern.
Am Ende dieser Gasse stehen links `knusprige´ Kellerhäuser, während sich rechts der `herrschaftliche´ Weingarten, eine mehrere Hektar große Hochkultur, ausbreitet. Gleichzeitig ist man am Rande eines tiefen Taleinschnittes, dem Reh-, auch Rech- oder Rechtgraben genannt, angelangt. Sein Südosthang ist gleichfalls mit Reben bepflanzt.
Hier muss man umkehren. An der Weggabelung heißt es nun nach links, talwärts, abzubiegen. An sauberen Kellerhäusern vorbei kommt man zu einer Kapelle und kurz danach zu einer mehr als hundert Jahre alten hölzernen Weinpresse. Ein Strohdach schützt sie vor Regen und Schnee. Gleich danach beginnen die `Berghäuser´, ein kleiner Weiler.
Auf der kurvenreichen Straße kommt man beim untersten Keller des Kleincsaterberges vorbei. Bald danach zweigt eine Privatstraße ab, die zum Georgshof, einem ehemaligen Meierhof führt. Hier war einst eine bedeutende Siedlung, die aber in den Türkenkriegen und durch die Pest vernichtet wurde.
Nach einer Brücke, die das kleine Bächlein im Rehgraben überquert, steigt die Straße wieder an und es beginnt der Hochcsaterberg. Zur rechten Hand erstreckt sich ein schöner Wald, links liegen hangaufwärts die Keller und Weingärten, die den Berg halbkreisförmig umschließen.
Auf dem höchsten Punkt der Weinriede steht eine alte Kapelle. Zu ihr führt nur ein Fußweg. Am Beginn dieses Weges steht ein Bildstock; hier soll einst ein Kreuzweg begonnen haben. Die Bildstöcke existieren aber schon längst nicht mehr.
Von der Kapelle hat man einen großartigen Ausblick. Links sieht man den oberen Teil des Eisenberges, rechts im Hintergrund liegt Ungarn.
Die Weingärten des Csaterberges bedecken eine Fläche von rund 40 ha. Um eine Verhüttelung und somit Verschandelung dieses entzückenden Gebirges hintanzuhalten, wurde der Csaterberg von der Burgenländischen Landesregierung zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Es dürfen in Zukunft Bauten nur nach Erfüllung strenger Auflagen durchgeführt werden.
Es kann mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass hier Weinbau schon über 2000 Jahre betrieben wird – lange bevor die Römer noch unser Land eroberten. War früher die Stockkultur allgemein üblich, so findet man heute fast zur Gänze nur noch Hoch- und Drahtkulturen. Vor rund 80 Jahren wurden die Weinstöcke von der Reblaus total vernichtet. Erst als man neue Methoden gefunden hatte, wurde mit der Auspflanzung von Edelsorten begonnen; die Selbstträger, wie Othello und Noah, verschwanden restlos schon vor längerer Zeit. Die Weißweine (Riesling, Neuburger, Müller-Thurgau, Veltliner) sind sehr fruchtig und spritzig, der Rotwein (Blaufränkisch und Zweigelt) ist blumig und mild, er gedeiht infolge der Waldnähe besonders gut. Alle Sorten sind weit über unsere Landesgrenzen hinweg bekannt und geschätzt.
Es ist schon eine Freude zu sehen, welche Liebe und Sorgfalt die Weinbauern bei der Arbeit, die oft auch schwer ist, aufwenden und mit welchem Genuss und innerer Zufriedenheit sie ihr Gläschen trinken. Mag der Wein auch manches Jahr – wenn es zu trocken, zu nass oder zu kalt war – herb und resch sein, was – Gott sei Dank! – selten vorkommt, es ist halt `ihr´ Wein und sie sind stolz darauf und freuen sich, wenn sie einem gern gesehenen Gast `a guits Glasl´ davon einschenken können. Dann bricht auch des Öfteren leicht die alte ui-Mundart durch.”

Nachdem Müller die Zettel wieder in seiner Jackentasche verstaut hatte, stand er noch für einige Minuten einfach da und holte immer wieder tief Luft, so, als ob er möglichst viel von dieser tollen Gegend in sich einsaugen wolle. Doch so himmlisch konnte das Erlebte gar nicht sein, dass ihn nicht sehr Irdisches wieder zurück ins Diesseits holte – Nässe und Kälte krochen deutlich spürbar in ihm hoch und machten den berauschenden Gefühlen, die durch den herrlichen Weinberg ausgelöst wurden, gehörige Konkurrenz. Der dieserart wieder geerdete Müller entdeckte günstigerweise direkt an der Weggabelung, an der er sich gerade befand, so etwas wie einen kleinen Heurigen. Obwohl er bisher niemandem begegnet war, hier stand die äußere Tür offen, und es brannte ein Licht, außerdem sprach ein „Tritt ein, bring Glück herein!“ eine eindeutige Einladung aus. Müller ließ sich nicht lange bitten und klopfte vorsichtig an, weniger, weil er Durst hatte, sondern eher, weil er sich aufwärmen wollte, und natürlich auch in der Hoffnung, im Heurigenwirt vielleicht einen Csaterbergkenner zu treffen.

„Kommen´S nur! Dass sich heute jemand hier heraus verirrt, wenn drinnen im Dorf die Narren unterwegs sind, das hätte ich nicht geglaubt! Und noch dazu bei dem Wetter!“ 

Ein hinkender alter Mann mit freundlichem Gesicht bat Müller in den kleinen Innenraum und an einen Tisch. Ohne dass Müller etwas bestellt hätte, brachte der Wirt zwei Stamperl und ein ganzes Körberl voller Flaschen, in denen sich nach ihrem Aussehen wohl Hochprozentiges befand. 
„Birne, Marille, Nuss, Zwetschke, Obstler oder Trebener?“ 

Für ihn schien klar, dass Müller für ein Stamperl Schnaps bereit war. Die Frage lautete hier ganz offensichtlich nie, ob der Gast einen trinken möchte, sondern nur, welchen er bevorzuge – oder wie sich später herausstellte: mit welchem er beginnen wolle, denn verkostet sollten schließlich alle werden. 

Müller entschied sich zunächst für einen Birnenschnaps, hatte aber wenig später – zum „Nachspülen“, wie der Wirt meinte – auch ein Bier und – weniger überraschend – eine weiße Mischung am Tisch stehen. Und auch das Schnapsglas war mindestens ebenso schnell wieder gefüllt wie von Müller ausgetrunken. Zwar versuchte Müller die Wiederbefüllung freundlich abzuwehren, aber einerseits mundete die „Birne“ wirklich hervorragend und außerdem war er ja, wie der Wirt richtig bemerkt hatte, zu Fuß unterwegs, sodass mindestens auch noch der Obstler und die Zwetschke gekostet werden müssten. Schließlich handle es sich auch bei diesen beiden um Selbstgebranntes.

Müller spürte rasch, wie ihm von innen her wieder warm wurde. Und das war ein durchaus angenehmes Gefühl, denn draußen gab es zwar herrliches Winterwetter, aber der dichte Schneefall hatte dafür gesorgt, dass Müller trotz guter Kleidung schon wieder ziemlich durchnässt war. Ein bisschen Innehalten tat also durchaus gut.

„Sie sind zum ersten Mal hier?“ Der Alte sah so aus, als kenne er jeden, der einigermaßen regelmäßig auf den Csaterberg kam.

„Irgendwie ja und irgendwie nein.“ Müller wusste, dass das ziemlich kryptisch klang, und deshalb fügte er rasch hinzu: „Als Junge war ich zumindest einmal bei einem Kirtag hier am Berg.“

„Ah, am Pfingstmontag, da ist bei uns immer einiges los! Waren Sie bei jemandem zu Besuch?“

„Kannten Sie Erwin Lang? Er muss jetzt mindestens zwanzig Jahre tot sein.“

„Den Volksschullehrer? Natürlich habe ich den gekannt, war ja nur um einige Jahre älter als ich. In welcher Beziehung standen Sie zu ihm?“
„Ich bin das Enkelkind seiner Schwester Resi.“

„Die Resi, meine Güte, die habe ich ja seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Die hat doch irgendwo ins Niederösterreichische geheiratet. Wie geht es ihr?“

„Leider nicht so gut. Sie sitzt seit Jahren im Rollstuhl, die Beine versagten immer mehr. Mein Onkel und meine Tante haben sie lange bei sich im Haus betreut. Aber jetzt sind sie selber nicht mehr die Jüngsten und mussten sie in ein Heim geben. Wenn ich nicht gerade unterwegs bin, besuche ich sie zumindest einmal in der Woche!“

„Lassen Sie sie schön von mir grüßen, wenn Sie wieder einmal ins Heim kommen. Sagen Sie nur, der alte Pischta Schneider, dann weiß sie schon, wer ich bin.“

„Gut möglich! Denn an das von früher erinnert sie sich perfekt. Die letzten Jahre hingegen scheinen mehr und mehr spurlos an ihr vorüberzugehen.“

„Ach, hören Sie auf, mir geht´s ja grad so!“ Ein tiefer Seufzer entkam dem Alten, der Müller inzwischen vormachte, in welcher Frequenz hier am Berg Schnaps üblicherweise getrunken wurde.

„Ich kann mich an mehrere Besuche von der Resi erinnern. Da waren immer auch Kinder und Enkelkinder dabei. Also vielleicht habe ich Sie doch schon einmal gesehen.“

„Kann durchaus sein. Wie gesagt, ich erinnere mich nicht an viel, nur an den Kirtag.“

„Lebt eigentlich Ihr Großvater auch noch? Den habe ich auch kennen gelernt, war ein feiner Bursche! Ein großer Bauer, bei dem die Resi ursprünglich in Dienst war, wenn ich mich nicht irre.“

„Sie haben ein gutes Gedächtnis und liegen ganz richtig. Aber mein Großvater ist schon lange tot. Den Hof hat mein Onkel weitergeführt, mit dem mein Vater irgendwann wegen einer Bagatelle in Streit geraten ist. Ich war jedenfalls schon viele Jahre nicht auf dem Hof.“

„Schade um den Franzl, war ein gemütlicher Bursch, mit dem man gut plaudern konnte. Rieger hieß er mit Familiennamen, oder?“

„Ja, so heißen wir, in der Tat, mein Name ist übrigens Willi.“ Rieger hatte sowieso keine Lust, diesem Mann gegenüber mit falschem Namen aufzutreten. Dafür war er ihm nicht nur viel zu erinnerungsstark, sondern auf Anhieb auch viel zu sympathisch.

„Und ich heiße, wie schon gesagt, Stefan Schneider, aber alle sagen nur Pischta zu mir.“

Rieger drückte ihm die Hand, quasi zur Verbrüderung.

„Herr Schneider …“

„…Pischta, habe ich gesagt!“

„Also, Pischta, ich freue mich, dass ich bei Ihnen hier gelandet bin. Ich will ganz offen sein: Mich interessiert der Csaterberg sozusagen auch beruflich. Ich schreibe Bücher und gelegentlich auch für diverse Zeitungen und Zeitschriften Gastkommentare. Und dabei bin ich im Vorjahr auch auf die Kellerverkäufe am Csaterberg gestoßen.“

Rieger hielt ein wenig inne, weil er sich die Reaktion des Alten genau ansehen wollte. Die fiel ziemlich eindeutig aus.

„Ach Gott, ich kann´s ja noch gar nicht glauben, dass ich in ein paar Monaten hier raus muss!“ Der Wirt wirkte plötzlich um einige Jahre gealtert.
„Haben Sie denn auch verkauft?“

„Was hätte ich denn tun sollen? Ich hatte ja gar keine Wahl! Glauben Sie, dass man in meinem Alter noch die Kraft hat, das alles zu modernisieren? Vom dazu nötigen Geld will ich gar nicht reden.“

„Können Sie mir das ein wenig näher erklären? Was hätten Sie erneuern sollen?“

„Also die Sache war so: Vor knapp einem Jahr sind zwei Männer aus Eisenstadt aufgetaucht und haben allen Kellerbesitzern hier am Kleincsater erklärt, welche Umwelt- und Landschaftsschutzauflagen es seit neuestem gibt und was daher alles verändert werden muss. Gleichzeitig haben sie Pläne von ausländischen Investoren vorgelegt. Die sind angeblich bereit, uns gegen großzügige Bezahlung die Keller abzukaufen und komplett herzurichten. So soll aus dem Csaterberg tatsächlich eine echte Weinidylle entstehen.“

Schneider schwieg. Irgendwie schien es ihm schwer zu fallen, davon zu erzählen. Aber Rieger hatte noch zu wenig gehört. So einfach sollte die Sache über die Bühne gegangen sein?

„Und dann haben alle tatsächlich verkauft?“

„Ja, für die meisten war das Angebot einfach zu verlockend. Sie müssen wissen, viele von uns gehören zu meiner Generation. Die Jungen in unseren Familien interessiert die Arbeit im Weingarten nicht. Und bei vielen ist es ungewiss, wie es mit dem Berg weitergegangen wäre. In ein paar Jahren hätte man sich sowieso einen Käufer suchen müssen. Und wer weiß, ob der dann so gut bezahlt hätte!“

„Sie sagten: die meisten …“

„Ja natürlich gibt es einige, die haben seit dem Weinskandal vor zwanzig Jahren trotz der Kleinheit ihrer Weingärten ganz schön investiert. Wollten Qualitätsweinbau betreiben und dachten nicht daran, ihr kleines Weingut zu verkaufen.“

„Und haben dann doch?“

„Ja, zu guter Letzt blieb keiner übrig, der sich standhaft gewehrt hätte. Man hat denen scheinbar einiges versprochen. Unter anderem, dass sie ihre Weingärten auch weiter bewirtschaften und die Keller in den Kellerstöckln benützen dürfen. So ganz genau weiß ich das nicht, aber geredet wurde darüber. Was wirklich in deren Verträgen steht, keine Ahnung!“

„Mir ist zu Ohren gekommen, dass Vizebürgermeister Pomper gegen die Verkäufe vehement eingetreten sei?“

„Das kann man wohl sagen! Er und seine Kollegen von der Bürgerliste wollten die Sache unbedingt verhindern. Fritz Pomper, aber auch Günther Steiner, Rudi Taschler und die anderen haben immer wieder betont, wir sollten doch auch das Kleingedruckte in den Verträgen lesen. Keine Ahnung, was sie damit meinten. Mich hat das nicht sonderlich interessiert. Ich bedaure zwar, dass ich schon im Sommer keinen Weinkeller mehr haben werde – andrerseits bin ich eine Sorge los. Und wer weiß, ob ich im Sommer noch lebe!“

„Na na na, so rüstig wie Sie sind …“ Rieger wusste, dass das mehr eine Floskel als ernst gemeint war. Und außerdem musste er sich insgeheim eingestehen, dass ihn jetzt anderes viel mehr interessierte als das persönliche Schicksal dieses alten Mannes. „Sie sagten, auch Steiner sei dagegen gewesen?“

„Sie kennen ihn?“

„Ja, ich wohne seit gestern im Gasthof zum Weinberg. Warum war er dagegen?“
„Der Günther lag ganz auf der Linie vom Pomper Fritz und war auch als Vertreter der Bürgerliste im Gemeinderat …“
 
 
 
Aus dem Buch: 
Roman 
© Eigenverlag 2008

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