Opitz Christian Nikolaus

Flickinger Nadja

geboren 1979 in Eisenstadt, wuchs in Mönchhof, zwischen der Parndorfer Heide und dem Seewinkel, auf. Nach dem Studium der Kunstgeschichte und der Romanistik in Wien und Basel war er mehrere Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Wien. Heute lebt er als freiberuflicher Kulturhistoriker in Wien.
Im Jahr 2000 erschien sein Gedichtband zu mittag heut’ nacht im Karin Fischer Verlag, Aachen, danach konzentrierte er sich für längere Zeit ganz auf seine wissenschaftliche Arbeit. 2015 erhielt er den Literaturpreis der Energie Burgenland für Gedichte in burgenländischer Mundart. Seither erschienen verstreut Lyrik und Kurzprosa in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien, etwa Wortschau, Reibeisen und DUM – Das ultimative Magazin.

Porträtfoto: Christian Nikolaus Opitz, © Karl Belian

 

 


 

Junge Literatur Burgenland Vol9
die farben der elster (Auszug aus einem Zyklus mit 74 Haiku)

wien, 16. juli

nachts zirpen grillen
im baumlosen hof: gesang
aus betonritzen

wien, 22. juli

die stadt ein körper
aus glut und asphalt, erschöpft
wie ein kutschenpferd

mönchhof, 23. juli

land ohne schatten
über den stoppelfeldern
ein bleicher vogel

mönchhof, 24. juli

schwalben tauchen ein
in lichtreflexe / goldgrün
weitet sich die zeit

mönchhof, 2. august

angelusläuten
die äcker wissen noch nicht
dass sie bauland sind

mönchhof, 11. august

die tage taumeln
trunken vom eigenen blau
gegeneinander

wien, 15. august

wind begehrt einlass
trägt die stimmen der toten
die hauswände hoch

wien, 29. august

herbstmüder morgen
auf neuen dachausbauten
die alten krähen


aus dem Buch: Junge Literatur Burgenland; Band 10 edition lex liszt 12, 2026